Meine Erfahrungen mit dem eGo AIO

Schon seit einiger Zeit schwappt mal wieder eine Begeisterungswelle durch die Dampfergemeinde. Ich muss sagen, dass mich sowas mittlerweile ziemlich kalt lässt. Neue Geräte veranlassen ganz gerne mal diese Begeisterungsstürme, nur ob sie das dann auch halten steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Daher schau ich mir sowas immer erst mal eine Zeit lang an (schont vor allem auch das Portemonnaie 😉 ) und wenn dann keine großartigen Negativmeldungen zu vernehmen sind, kommt das Gerät langsam in Betracht. Dieses erste Kriterium hat der eGo AIO schon einmal überwunden.

Obwohl ich nun schon seit Jahren selbst wickele, halte ich doch immer meine Augen und Ohren nach geeigneten Einsteigergeräten offen. Ich muss allerdings sagen, dass mich seit dem EVOD nix mehr so richtig “angemacht” hat. Den habe ich bislang den Einsteigern immer empfohlen. So langsam wurde es mal an der Zeit, dass wieder etwas Vielversprechendes raus kommt. Tja und bei dem AIO konnte ich den Finger nicht vom Bestellknopf lassen.

Da ich keine Rezensionen mache, ist einfach nicht mein Ding, das können andere besser, gebe ich euch mal einen Link zum Dampfermagazin. Dort haben fleißige Bienchen die Funktionen der AIO und wie alles aufgebaut ist, sehr schön beschrieben und bebildert: https://www.dampfer-magazin.de/joyetech_aio/

Von mir bekommt ihr nun noch einige Erfahrungen mit dem Gerät dazu. Demnächst kommen hier auch wieder Bilder. Neue Kamera ist im Zulauf, die alte war nicht mehr zu retten. So nu aber weiter im Text.

Nachdem ich mein Päckchen erhalten habe (übrigens sehr lustige Geschichte mit der Altersverifikation, aber das vielleicht lieber ein andern mal) und den AIO in Betrieb genommen habe, war ich zunächst einmal hellauf begeistert. Das ist wirklich eine hübsche und handliche kleine Dampfe. Der Dampf ist nicht so stark, dass er einen gleich aus den Latschen kippen lässt und auch nicht so schwach, dass nur ein laues Wölkchen weht. Einfachste Bedienung, Verdampfer Köpfchen rein, mit Liquid füllen, zuschrauben, Knöpfchen drücken und es kann gedampft werden.

Kleine Anmerkung: Vor dem Dampfen das Verdampfer Köpfchen innen mit ein paar Liquid Tröpfchen beträufeln und etwas vor dem ersten Losdampfen warten. Lasst der Wicklung ein paar Minuten Zeit sich vollzusaugen sonst…..kokeldidokel… wird es ein äußerst kurzes Vergnügen 😉

Ja genau so muss ein Einsteigergerät sein. Wie gesagt, ich war total begeistert. Sogar so begeistert, dass ich mir gleich noch einen bestellt hab. Zum Glück!

Eine ganze Woche habe ich den eGo AIO mit mir herumgeschleppt, völlig ohne Probleme bis zu dem Tag an dem es plötzlich ohne Vorwarnung anfing zu kokeln. Ausgerechnet auch noch unterwegs und ich hatte nur diese eine Dampfe dabei. Für mich ist sowas kein Problem mehr, wenn ich nicht dampfen kann dann halt eben nicht pfft, aber für einen Anfänger? Der Verdampfer Kopf war dann auch Schrott, nach nur einer Woche. Muss zugeben da war ich echt beleidigt. Erwartung nicht erfüllt, sechs setzen.

Die mittlerweile eingetroffene zweite AIO, hat versucht das Kokelspiel noch eher mit mir anzufangen, woraufhin beide erst einmal eine Woche zum Schämen in der Ecke lagen. Jetzt bin ich ja aber bärbeißig. Eine Dampfe kokelt nicht einfach so, da gibt es einen Grund und nachdem ich ausgeschmollt hatte, wollte ich den natürlich wissen. Vielleicht hab ich ja was falsch gemacht, oder bei meinem Glück nur schlechte Verdampfer Köpfe erwischt. Also begab ich mich auf Fehlersuche.

Um herauszufinden, ob es vielleicht nur an den 0,6 Ohm Köpfen gelegen hat, habe ich mir bis auf die 0,2 Ohm Nickel Köpfe, alle anderen zum Testen auch noch dazu bestellt. Zudem noch den Cubis Verdampfer. Da hat mich Georg aus der Kraftvergeudung drauf gebracht. Schaut mal hier: http://kraftvergeudung.blogspot.de/2016/04/farbtupfer.html Einen lieben Dank von hier aus an Georg, dass er seine Erfahrungen so ausführlich beschrieben hat.

Macht übrigens Spaß mit dem AIO und den verschiedenen Köpfchen ein bisschen rumzuspielen. Mir bringen die 0,5 Ohm Köpfe ein breites Grinsen ins Gesicht.

Ich bin ja ein heißer Verfechter von “learning by doing”, oder Versuch macht kluch. In den Cubis Verdampfer passen die gleichen Köpfe wie in den eGo AIO, aaaalso hab ich gedacht, wenn die Köpfe im Cubis auch kokeln, liegt es an den Köpfen, wenn nicht am AIO. Logisch, oder? Naja ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Den Cubis kann ich auf einen geregelten Akkuträger schrauben und das ist bei dem AIO nun mal nicht möglich. Das Ganze hat auch noch einiges mit den Watt und Ohm Geschichten zu tun, die will ich euch aber nun nicht auch noch um die Ohren hauen.

So wie nun aber mit dem AIO umgehen? Ich habe tatsächlich einen Weg gefunden das Kokeln zu vermeiden und seitdem machen mir die Teile auch Spaß. Der AIO wird sehr schnell heiß, egal mit welchem Kopf und die Köpfe können nicht immer den benötigten Liquidnachfluss gewährleisten. Das heißt diese Dampfe braucht Zeit. Gelegentliches Nuckeln ist bei dem AIO kein Problem. Ein paar Züge, wieder beiseitelegen, dem Kopf Zeit geben sich zu “erholen”, alles Roger. Ständiges Nuckeln aber… ja da wird es problematisch.

Die Lösung ist eine ganz einfache und uralte Dampferweisheit. Hab immer ZWEI Geräte am Mann, von mir aus auch an der Frau. Ein eGo AIO reicht nicht. Benutzt die Geräte immer im Wechsel. Sowie der AIO zu heiß wird, oder ein leichtes Kokeln andeutet, wechselt das Gerät und ihr habt keine Probleme mehr. Zudem verlasst euch nicht auf den Liquidstand, den ihr im Fenster seht. Verlasst euch auf euren Geschmack. Leichtes Kokeln = sofort nachfüllen. Nicht erstaunt den Liquidstand beobachten und weiter dampfen. Ist doch noch was drin = schlechte Idee. Das war der Grund weswegen ich mir meinen ersten Verdampfer Kopf zerschossen habe. Ja, ja ich weiß 🙂

Sollte der Verdampfer Kopf mal leicht blubbern, stellt die Dampfe kurz auf den Kopf bis die Kondensflüssigkeit rausgelaufen ist. Mundstück abziehen und die Dampfe oben rum trocken putzen. Problem behoben. Das Kondensat setzt sich bei allen Dampfen im Kamin fest, also da wo der Dampf durchkommt. Das ist ganz normal. Ansonsten ist alles weitere prima gelöst. Kein Absaufen und kein Auslaufen, das erfreut das Dampferherz.

So wie schaut´s denn nu aus? Empfehle ich den AIO als Einsteigergerät oder nicht? Meine ganz klare Meinung: JEIN

Die perfekte Einsteigerdampfe gibt es einfach nicht. Jede Dampfe hat ihre Vorteile und ihre Schwächen und jeder Dampfer hat unterschiedliche Ansprüche an seine Dampfe. Allerdings zu dem Preis und um in das Dampfen erst einmal hinein zu schnuppern ist der AIO in meinen Augen ein geeignetes Gerät.

6 Kommentare zu “Meine Erfahrungen mit dem eGo AIO

  1. Hi
    Hab einen Ego Aio seit einer Woche, bis jetzt hat er gut funktioniert, fertige Liquids sind kein Problem, selber mischen tut dem Teil gar nicht gut, die 50/50 ist viel zu dick, mein Coil (neu) ist nach einem halben Tag durch.
    Meine Frau hat den Selben, Ihrer braucht jeden 3. Tag einen neuen Coil.
    Ich empfehle entweder nur fertige Liquids oder die Base stark zu verdünnen das die Tropfen von alleine aus der Flasche träufeln

  2. Hi Katrin, mal wieder supertoll geschrieben. Wobei nach der Beschreibung würd ich vielleicht doch weiter Evods empfehlen? Die konnte man auch sucht-dauer-dampfen ohne, dass was gekokelt hat. Oder?

    Spass macht die AiO, dass muss man ihr lassen. Und das Preis-Wolke-Verhältnis ist auch gut.

    Grüssle
    Thorsten

    1. Hallo Thorsten,
      schön mal wieder von dir zu hören 🙂
      Joa ich bin geteilter Meinung. Wie gesagt jedes Gerät hat so seine Stärken und Schwächen.
      Der Evod ist nach wie vor ein super Gerät, vor allem weil in einem vernünftigen Starterset auch gleich zwei Geräte enthalten sind. Die Dampfleistung ist allerdings etwas schwächer, weiß nicht, ob das für jeden ausreichend ist. Dann hat das Gerät keine passthrough Funktion und die Befüllung ist ein klein wenig aufwendiger. Gut damit lässt sich leben. Ich finde den AIO praktikabler, wenn… ja wenn das Kokeln nicht wäre. Ich denke man kann mit beiden Geräten nicht viel falsch machen, einfach mal testen 😉
      Liebe Grüße
      Katrin

  3. Perfekt, Katrin. Nun weiß ich, was ich wissen muss und wo sich jemand schlau machen kann, falls ich danach gefragt werde.

    Und, obendrein wieder, ein prima Lesegenuss.
    Vielen Dank und likodablogrü

    1. Hallo Kurbelursel,
      Ich versuche ja als “alter Dampferhase” möglichst Formulierungen zu finden, die auch ein Einsteiger versteht. Wenn ich mal zurück denke, oh jee. Clearomizer, Automizer, PG, VG trallalla und hoppsassa. Da gibt es eine ganze Menge zu entdecken. Dann noch dieser Dampfer- Aküfi (Abkürzungsfimmel) 😉 Hoffe es gelingt mir einigermaßen. Alles nicht so einfach.
      Es ist schön, wenn man eine Rückmeldung bekommt. Vielen Dank 🙂
      LDablogrü

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