Mein langer Weg zum Selberwickeln

So langsam wird es mal wieder Zeit euch ein paar Geschichten zu erzählen. Nur momentan passiert mir so rein gar nichts. Aus diesem Grund hab ich ein bischen in meinem Gedächnis geblättert und nehme euch auf eine Reise in meine Dampf Vergangenheit mit.

Durch eine neulich stattgefundene Diskussion auf dem Umsteiger Blog (sehr zu empfehlen), werde ich damit beginnen wie und warum ich eigentlich zum Selberwickeln gekommen bin. Das ist eine laaaaaange Geschichte, also schnappt euch einen Kaffe und macht es euch gemütlich :-)

Lasst es jetzt 3 bis 3,5 Jahre her sein, nagelt mich da bloß nicht fest.

Zu diesem Zeitpunkt kannte ich noch keine anderen Dampfer und der ortsansässige Offline Store musste erst noch gebaut werden :-) Daher hab ich mir damals so ziemlich jedes You Tube Dampf Video reingezogen, um an Informationen zu gelangen.

Tscha so kam es auch, dass ich das erste Mal über den Begriff ” Selbstwickeln” gestolpert bin. Ich weiß nicht mehr in welchem Video das war, aber dort wurde über die Vor- und Nachteile des Wickelns diskutiert. Darunter konnte ich mir natürlich erst mal so rein gar nichts vorstellen. Das Ganze hörte sich auch noch recht kompliziert an, einen Draht um eine Schnur wickeln und dann auch noch an kleinen Schräubchen befestigen. Ach nee muss nicht, also habe ich den Gedanken daran erst einmal wieder at Akta gelegt.

Die Zeit ging ins Land und immer mal wieder sah ich ein sog. Wickel Video. Eine Welt, die sich mir zunächst nicht ganz erschließen wollte. Für die “Dampf Profies” schien das Wickeln aber das Nonplusultra. So wuchs dann auch meine Neugierde nach und nach. Ich erfuhr, dass es verschiedene Wicklungen gibt, mit Schnur oder ESS, verschiedene Schnüre, verschiedene Drähte, verschieden gewickelt u.s.w.

Nun es kam wie es kommen musste, meine Neugierde obsiegte. Hinzu kam noch, dass ich grade total vom haben wollen Virus (HWV) infiziert war. Heißt ich musste sowieso jeden neuen Fertigverdampfer, der auf den Markt kam, unbedingt ausprobieren. Zu meiner Verteidigung, soviele wie heute waren das damals nicht. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Selbstwickelverdampfer. In einem Shop fand ich einen, der sich sehr interessant anhörte. Für verschiedene Wicklungen geeignet, also mit Schnur und mit ESS. Super praktisch, zwei in eins sozusagen und schon auf bestellen geklickt. Grober Fehler! Um es mal vorweg zu nehmen, ich habe diesen Verdampfer bis heute nicht zum laufen gebracht. Wie oft ich den an die Wand schmeißen wollte, kann ich nicht mehr zählen. Für gewöhnlich lautet meine Devise ja, aufgegeben wird nicht, aber bei dem Ding musste ich kapitulieren.

Mein Rat an euch, wenn ihr euch einen Selbstwickler zulegen wollt, dann schaut Ihn euch vorher genau an. Ob er für Anfänger geeignet ist, wie er zu wickeln ist, was ihr damit machen könnt und was nicht. Lasst euch Zeit und zieht Vergleiche. Entweder ihr seht euch Videos von verschiedenen Selbstwickelverdampfern (SWV) und dazu von verschiedenen You Tubern an, oder und ich denke mal das ist das Beste, ihr besucht einen Dampferstammtisch wo ihr die Geräte genau unter die Lupe nehmen könnt. Dort bekommt ihr sicher auch Tricks und Kniffe gezeigt, die von großem Nutzen sein können.

Ich für meinen Teil war ja so intelligent erst einen zu bestellen und mich hinterher ergebnislos darüber zu informieren. Mann oh mann. Ich war so frustriert, dass sich das Thema Selbstwickeln für mich erledigt hatte, endgültig!

Endgültig? Ja bis zu dem denkwürdigen Tag an dem ich einen anderen Dampfer kennen lernte. Das war wohl so ein Jahr später.

 

Eines schönen Sonntags lud mich ein Freund zu einem Rundgang auf dem Flohmarkt ein. Da ich schon lange nicht mehr auf einem Flohmarkt war und mein Freund wiederum absolut begeisterter Flohmarktgänger ist, willigte ich ein und wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein dorthin. Nachdem wir schon fast einmal um den Flohmarkt rum waren erblickte ich ein Schild auf dem geschrieben stand: E-Zigaretten. Hellauf begeistert und angezogen, wie das Liquid von der Schnur rannte ich, vielmehr beamte ich mich zu dem Stand. Nach einigem aufgeregtem Geplapper und Gestöber kam der Standbesitzter zu uns. Bohaa mit voll der Mega Dampfe in der Hand. Glaube das war das Erste was wir voneinander wahrgenommen haben. Ich mit meinem iMist Booster, wenn ich mich recht erinnere, mit der Vivi Nova oben drauf und er mit diesem riesen Teil.

Schnell kamen wir ins Gespräch.

Ich fragte ihn, ob er die kleinen Fertigwicklungen, die dort zum Verkauf rumlagen, selber gewickelt hat, was er da dampft, ob er selber wickelt u.s.w.. Ich fürchte der Gute hatte hinterher Löcher im Bauch :-) Ich erfuhr, dass er einen Provari mit einem Kayfun dampfte. Provari Boahhh. Kayfun Bohoahahhh. Ich wusste ja das der Provari damals als der Akkuträger überhaupt galt und dann auch noch ein Selbstwickler dazu. Mönsch, ich war völlig hin und wech. Als bald erzählte ich Ihm dann auch von meinen “Sorgen” mit dem Selbstwickeln und das ich den Versuch mittlerweile aufgegeben hatte. Nachdem er erfuhr womit ich meine ersten Versuche gestartet hatte, glaubte ich ein leichtes Kopfschütteln mit innerlichen Lachkrämpfen erahnen zu können, was er jedoch geschickt verbarg. Er klärte mich ausführlich darüber auf, welche Selbstwickler zum Start wesentlich besser geeignet seien, wo ich sie bekommen konnte und wo ich mir Wickelanleitungen dafür ansehen konnte.

Mittlerweile hatte sich schon eine kleine Schlange an seinem Stand gebildet und mein Freund scharrte ebenfalls mit den Hufen. So verabschiedeten wir uns wieder. Schade, schade zu kurz war die Zeit.

Kaum zu Hause angekommen, schmiss ich mich vor den Rechner. Kayfun jaaaa haben wollen. Jetzt glaubt mal ja nicht, schwubbeldiwupp bestellt und fertig. Hab ich damals gedacht, jahaa aber weit gefehlt. In sämtlichen Shops stand in kleinen Lettern das schöne Wörtchen: “Ausverkauft”. Ausverkauft hier, ausverkauft da, ausverkauft tirallala. Pusteblume.

Wieder ging einige Zeit ins Land. Da gab es dann schon den Kayfun light und bis ich endlich einen ergattern konnte, war es der Kayfun light plus. Wobei es vermutlich gar nicht mal so schlecht war erst einen Kayfun light plus bekommen zu haben. Das Füllventil vom Kayfun light soll wohl etwas problematisch gewesen sein. Hmm kann ich nicht sagen, ist spurlos an mir vorbeigezogen. Der Kayfun light plus jedoch, hat mich ein ganzes Stück Weg, meines Lebens begleitet :-)

Gleich die erste Wicklung auf dem Kayfun hat ganz wunderbar funktioniert. Der erste Zug hat mich förmlich vom Hocker geschmissen. Wow soviel Dampf und der Geschmack, einfach Welten zu meinen damaligen Fertigverdampfern. Seitdem bin ich beim Selbstwickeln geblieben. Ich war nie ein großer Bastler und werd es wohl auch nicht mehr werden, aber der Schritt zum Selbstwickeln hat sich trotz und alledem doch gelohnt.

 

Kleiner Nachtrag

Heutzutage wickele ich mit Watte und es soll durchaus auch Fertigverdampfer geben, die es mit einem Selbstwickler aufnehmen können.

Die Entscheidung zu wickeln…. liegt jedoch…. wie immer…. ganz bei euch :-)

7 Kommentare zu “Mein langer Weg zum Selberwickeln

  1. Ooooh jaaaa… ich bin schlauer… ich weiss schon was ich tu… und im Nachhinein: hätt ich doch gehört und nicht diesen Sch**** gekauft. So war auch mein erster Selbstwickler (Irony). Mit Eselsgeduld hab ich ihn manchmal zum Laufen gekriegt… so mehr oder weniger. Beim zweiten Kauf hab ich dann doch bissel mehr auf Meinungen gehört aber immer noch hatte der Preis das letzte Wort (Oddy). Und beim dritten Mal gabs dann was Kayfuniges, wobei es bei mir ein “The Russian” wurde. Damit war das schon ein Erwachen. Nach einem ESS-Topcoil als Einstieg ins Wickeln und weiterer Erfahrung mit einem Golden-Greek-Klon konnte ich es fast nicht glauben, dass beim Kayfun die erste schnell-schnell-Wicklung schon schmeckte wie vorher noch Nix.

  2. Oh seht mal. Der Dampf Zuber hat eine Empfehlung zum DampfDiDay bekommen. Hübsch :-) Einen lieben Dank an Kurbelursel.
    Wenn Ihr auf das Bild klickt, kommt ihr zu der DampfDiDay Empfehlung.
    Hab ich hier schon mal vom DampfDiDay erzählt? Nö, oder? Na das werde ich bald nachholen.
    Bis dahin

    Empfehlung zum 23. #DampfDiDay von Kurbelursel

  3. Hehe, kann ich alles unterschreiben. War sehr ähnlich bei mir. Meine erste große Enttäuschung war ein “Fogger” (ist gar nicht so lange her) – solch ein Mistding! Sah aber toll aus. Wer konstruiert bloß so etwas? Denn nachdem die Wicklung irgendwann viel später geklappt hatte (Ehrgeiz und so), schmeckt und dampft der nur mittelmäßig.

    Manchmal gewinne ich den Eindruck, bestimmte Dinge werden extra kompliziert und teuer gebaut, da sie nur dadurch irgendwelche Fans gewinnen (Computer, Autos, Technik allgemein), dabei liegt so oft das Einfache in der genialen Schlichtheit und Benutzerfreundlichkeit. Das ist aber ein weites Feld 😉

    Es ist schön, das von dir hier zu lesen, und tröstlich, da es augenscheinlich doch nicht bloß mir so ähnlich erging :-)

    Viele liebe Grüße

    1. Mein erster Selbstwickler war irgendein AGA weiß nicht mehr, T oder so. Der sah nicht einmal toll aus. Die drei Schräubchen waren so winzig, dass ich eine Lupe brauchte, um überhaupt etwas erkennen zu können. Der AGA hatte eine Topcoil. Daran hab ich mir die Zähne ausgebissen. In dem Fall wollte das Liquid einfach nicht zur Schnur 😉
      Ja, fängt schon bei einem Dosenöffner an. Der muss nicht elektrisch, Taschenmesser reicht :-)
      Lieben Gruß zurück

  4. Und da dachte ich immer, dass ich diejenige wäre, die alle Rekorde schlägt, was den späten Beginn des Selbstwickelns anbelangt. 😀
    Danke, dass Du Deinen Weg erzählt hast. Dass ein Flohmarkt erste Begegnung mit der anderen Art sein könnte, erwartet man ja auch nicht unbedingt.
    Gefallen hat mir besonders der Spruch: “.. begeistert und angezogen, wie das Liquid von der Schnur ..”
    Herrlich. Und tröstlich, zu lesen, dass es manchmal auch gut ist, nicht zu den ersten zu gehören. :-)

    likodablogrü Kurbelursel

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